Axel Bloch

Über mich

Meine Tätigkeit als gerichtlich bestellter Betreuer

Um als gerichtlich bestellter Betreuer tätig zu werden, bedarf es mehrerer Schritte, die ich Ihnen hier kurz darstellen möchte.

Es gibt in Lüneburg eine Betreuungsbehörde, die beim Landkreis angesiedelt ist. Diese schlägt dem Gericht einen Betreuer vor. Allerdings ist es auch möglich, dass der zu betreuende Mensch selbst den Wunsch äußert, von einem bestimmten Betreuer betreut zu werden. Diesem Wunsch muss die Behörde entsprechen.

Zunächst prüft sie jedoch in einer Voruntersuchung, ob überhaupt eine Betreuung notwendig ist und teilt ihre Ansicht dem Gericht. Das Gericht beauftragt dann in der Regel einen Psychiater, der die Person untersucht. Nur wenn eine psychische Erkrankung oder seelische Behinderung vorliegt, darf eine Betreuung eingerichtet werden. Das Gericht legt auf Grundlage des Gutachtens die Aufgabenkreise fest, nach denen der Betreuer handeln muss.

Danach kommt es immer zu einer Anhörung der Person durch das Vormundschaftsgericht im Beisein des vorgeschlagenen Betreuers. Es wird dabei abgeklärt, ob die zu betreuende Person mit dem vorgeschlagenen Betreuer einverstanden ist und welchen Umgang die Betreuung haben soll. Erst nach Ablauf all dieser Schritte entscheidet das Gericht über den Betreuungsumfang, die Dauer der Betreuung und den Betreuer. Zurzeit betreute ich ca. 50 Menschen im Alter von 23 bis 95 Jahren mit unterschiedlichen Krankheiten und Schicksalen.

Bestimmt wird die Arbeit jeder einzelnen Betreuung durch die vom Gericht angeordneten Aufgabenkreise (Tätigkeitsfelder):

Im Rahmen dieser Aufgabenkreise verwalte ich Vermögen (durchaus auch im siebenstelligen Bereich) oder gar ein ganzes landwirtschaftliches Anwesen. Dabei kann es zu Grundstücks- und Gebäudeverkäufen kommen, ich muss mit Banken Anlagestrategien besprechen. Für nicht einwilligungsfähige Betreute muss ich Operationseinwilligungen geben oder Mietverträge abschließen, Wohnungen kündigen und auflösen, vermietetes Eigentum der Betreuten abrechnen und kontrollieren, mit Rentenversicherungsträger zusammen arbeiten, Insolvenzverfahren begleiten, Betreuten in Straf- und Zivilprozessen zur Seite stehen.

Zu Beginn muss ich ein Vermögensverzeichnis aufstellen und bin dann in jährlichen Abständen dem Vormundschaftsgericht Rechenschaft über die Vermögenswerte des Betreuten schuldig – meine Arbeit wird also vom Gericht überwacht.

Weitere Institutionen, mit denen ich zu tun habe, sind Sozialämter, Ausgleichsamt, Versorgungsamt, Krankenkassen, Versicherungen, Jugendämter, Bauämter, Polizei, Staatsanwaltschaft, Sozialgerichte, Verwaltungsgericht bis hin zum Oberlandesgericht in Celle und dem Landessozialgericht, ebenfalls in Celle.

Bei Betreuungssituationen in denen meine Rechtskenntnisse nicht für eine sachgerechte Vertretung ausreichen, beauftrage ich Rechtsanwälte mit der Wahrnehmung der Interessen meiner Betreuten.